Marokko 2025/2026

Camping in einer Oase

Das klingt jetzt erstmal romantischer als es ist. Uns ging es jedenfalls so, dass wir eine aus Filmen und Comics geprägte Vorstellung einer Oase hatten. In der Realität sieht es dann doch etwas anders aus, aber nicht weniger interessant. Zunächst aber erstmal ein paar Bilder von der Anreise. Wir fahren wieder zurück nach Guelmim und sind sehr von der Strecke angetan. Da ändert das dritte Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens auch nichts 😉 „Der Fahrer“ möchte zu seiner Reputation erläutern, dass es in Marokko weder ein Ortseingangs- noch ein Ortsausgangsschild gibt. Meist wird vor einem Ort (das können auch drei Häuser sein) die Geschwindigkeit mit 60 Km/h angezeigt. Kein Problem, es wird runtergebremst auf exakt 60 Km/h. Doch wann hört der Ort auf? Das ist Ermessenssache, also denkt „der Fahrer“ sich, hier stehen keine Gebäude mehr, somit ist der Ort zu Ende und beschleunigt. FEHLER! 200 Meter von dieser Stelle entfernt steht der Polizist mit der Laserkanone und winkt, ZACK weiß „der Fahrer“ sofort, der Ort ist noch nicht zu Ende! 150 Dirham weil 67 statt 60 Km/h 🙁

Sieht lustig aus aber ...

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Die Oase Tighmert

Die Oase war früher ein bedeutender Handelsplatz. Hier kamen die Berber mit ihren Kamel-Karawanen aus den Bergen, bzw. Wüstengebieten und boten ihre Erzeugnisse und Tiere zum Tausch gegen andere Güter an. Es wurde nicht mit Geld bezahlt, sondern ausschließlich getauscht. Leider ist davon heute nichts mehr übrig. Wir besuchen eine fünfhundert Jahre alte Karawanserei (Wikipedia Zitat: Eine Karawanserei war eine ummauerte Herberge an Karawanenstraßen. Reisende konnten dort mit ihren Tieren und Handelswaren sicher nächtigen und sich mit Lebensmitteln versorgen. Große Karawansereien dienten zugleich als Warenlager und Handelsplatz für Im- und Exportwaren.). Hier hat der Nachfahre des ehemaligen Besitzers alle möglichen Dinge aus der Zeit gesammelt und in dem Originalgebäude eine Art Museum eingerichtet. Wir werden herzlich empfangen, natürlich mit dem obligatorischen Minztee. Dann führt er uns durch sein Museum und erzählt zu jedem Ausstellungsstück entweder eine Geschichte oder um was es sich handelt.

Wohnturm

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Der Campingplatz wird übrigens von einem deutschsprechenden Berber geführt. Er hat 16 Jahre in Hamburg gelebt und eine deutsche Frau geheiratet.

Unser Platz, war der letzte freie

Unser Platz, war der letzte freie
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Bei unserem Spaziergang durch die Oase wird uns leider noch mal bewusst, dass Marokko, bzw. die Dattelpalmen unter einem Pilz leiden. Der überwiegende Bestand ist davon betroffen. Der Pilz nistet sich im Wurzelwerk der Palme ein und behindert dadurch im Laufe der Zeit den Transport der Nährstoffe im Stamm. Zuerst werden die Blätter braun, dann fallen sie ab und der kahle Stamm bleibt wie ein Stift stehen. Die Regierung hat eine resistente Palmenart gezüchtet, der dieser Pilz wohl nichts anhaben kann. Diese werden jetzt nach und nach kostenlos an die Landwirte verteilt. Denn die Datteln der Palme sind eine nicht geringe Einnahmequelle für die Landbevölkerung. Außerdem schützt sie die Oasen vor der Verödung. Überall auf unserer Reise durch Marokko sehen wir diese kahlen Stellen, ein trauriges Bild.

o.W.

o.W.
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Ausflug in die Wüste

Unser zweiter Ausflug führt von der Oase zu einer heißen Quelle, die mitten in der Geröllwüste sprudelt. Es gibt keinen richtigen Weg, nur die von den Geländewagen gefahrenen Spuren im Sand. Die fahren hier regelmäßig die Touristen durch das Gelände. Wir folgen mehrmals einer falschen Spur und müssen umkehren, doch am Ende finden wir die Quelle, in der dann auch prompt drei weibliche Touristen „baden“. Zwei Berberführer hatten sie in einem kleinen Anhänger zur Personenbeförderung, der an deren Quad montiert war hier hin gebracht. Wir schauen uns das kurz an und fahren dann weiter über abenteuerliches Gelände.

Wo ist mein Moped?

Wo ist mein Moped?
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